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Informationsnachmittag: Autismus-Spektrum

Für Angehörige, Interessierte und betroffene Personen

Großes Interesse am Informationsnachmittag zum Autismus-Spektrum in Duderstadt

Duderstadt, 22. April 2026 – Rund 160 Gäste folgten der Einladung zum Informationsnachmittag „Autismus-Spektrum“, der am 22. April 2026 von 16:30 bis 19:00 Uhr im Ursulinenkloster in Duderstadt stattfand. Die Veranstaltung richtete sich an Betroffene, Angehörige sowie Interessierte und stieß auf große Resonanz.  Organisiert wurde der Nachmittag von der AWO Trialog Tagesstätte Duderstadt, der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen, der KIBIS Selbsthilfe im Gesundheitszentrum Göttingen e. V. sowie der ifas gGmbH Göttingen.

In ihrer Moderation betonte Corinna Engelke von der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen die Bedeutung eines differenzierten Blicks auf das Thema: „Autismus ist keine Krankheit, sondern eine komplexe Entwicklungsstörung, die bereits im frühen Kindesalter beginnt. Menschen im Autismus-Spektrum nehmen ihre Umwelt anders wahr und verarbeiten Informationen auf besondere Weise. Diese Perspektiven können unsere Gesellschaft bereichern, wenn wir ihnen Raum zur Entfaltung geben.“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen der Austausch sowie die Vermittlung von Informationen zu Diagnostik, Therapie sowie Hilfs- und Beratungsangeboten in der Region. Einen fachlichen Einstieg bot der Vortrag „Erste Zeichen – Diagnose – Therapie“ von Psychologin Kathleen Wortmann aus Duderstadt, die auf kindliche Lern- und Entwicklungsstörungen spezialisiert ist. Ziel war es, ein grundlegendes Verständnis zu schaffen und einen gemeinsamen Wissensstand für alle Teilnehmenden zu ermöglichen.

Im Anschluss präsentierten sich verschiedene regionale Unterstützungsangebote. Ein interaktives World Café an Thementischen ermöglichte vertiefte Gespräche mit Fachleuten zu den Bereichen Diagnostik und Therapie, Übergang von Schule in den Beruf, Selbsthilfe, Tagesstruktur sowie zum Spektrum-Störungsbild. Auch eine Selbsthilfegruppe brachte ihre Erfahrungen aktiv in den Austausch ein.

Die Veranstaltung bot eine Plattform, um fachliche Impulse mit konkreten regionalen Hilfsangeboten zu verknüpfen, Fragen zu klären und Kontakte zu knüpfen.

Stefan Kanig, Leiter der Trialog Tagesstätte Duderstadt, zog ein positives Fazit: „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, so viele Menschen aus der Region zusammenzubringen. Das Thema Autismus gewinnt zunehmend an Sichtbarkeit, gleichzeitig bestehen weiterhin viele Fragen – insbesondere zur Diagnostik und zu Unterstützungsangeboten. Informationsveranstaltungen wie diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung.“

Gefördert wurde die Veranstaltung von der AOK. Darüber hinaus waren zahlreiche spezialisierte soziale Träger aus der Region vertreten. Als Ergebnis der gemeinsamen Arbeit soll eine digitale und öffentlich zugängliche Landkarte weiterentwickelt werden mit regionalen Angeboten rund um das Thema Autismus-Spektrum, beispielsweise spezialisierte zahnärztliche Versorgung.

16:45 Uhr

Impulsvortrag: „Erste Zeichen: Diagnose – Therapie“

Autismus wird heute zunehmend früher erkannt – gleichzeitig bestehen weiterhin viele Unsicherheiten bei Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Woran lassen sich erste Anzeichen erkennen? Wie verläuft eine Autismusdiagnostik? Und warum ist Autismus nicht immer leicht zu erkennen?
Der Impulsvortrag gibt einen verständlichen Überblick über frühe Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung im Kindes- und Jugendalter, erläutert zentrale Bestandteile des diagnostischen Prozesses und beleuchtet Herausforderungen der Diagnosestellung, insbesondere im Zusammenhang mit häufigen Begleitauffälligkeiten und Komorbiditäten. Ergänzend werden grundlegende Unterstützungsansätze kurz angerissen, um eine erste Orientierung zu möglichen Hilfen zu geben.
Ziel des Vortrags ist es, einen gemeinsamen Wissensstand zu schaffen, Grundlagen zu vermitteln und einen verständlichen Einstieg in das Thema Autismus zu ermöglichen.

Referentin: Kathleen Wortmann

Psychologin mit dem Schwerpunkt kindliche Lern- und Entwicklungsstörungen.
Sie arbeitet beratend für Frühförderung, Autismusambulanz und Kindertagesstätten bei den heilpädagogischen Einrichtungen der Lebenshilfe Herzberg sowie im diagnostischen Prozess bei Autismusverdacht in der Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Dr. Kinkelbur in Duderstadt.

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