„Allergien gegen Äpfel, Arzneimittel und bei Tattoos“ über die 21. Allergologische Wintertagung der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)

20. Januar 2018 - 10:00

Großer Hörsaal

Telefon 0551 / 39-66401

Presseinformation Nr. 006 vom 15. Januar 2018

Allergien gegen Äpfel, Arzneimittel und bei Tattoos

21. Interdisziplinäre Allergologische Wintertagung. Samstag, 20. Januar 2018, 10:00 bis 15:00 Uhr, Großer Hörsaal, Von-Siebold-Str. 3.

(umg) Lange und gute Tradition immer zu Jahresbeginn ist die Interdisziplinäre Allergologische Wintertagung der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, in diesem Jahr findet sie bereits zum 21ten Mal statt. Themen sind unter anderem Apfelallergien, Arzneimittelallergien bei Kindern, Biologika als neue Therapieoption bei Nasenpolypen sowie Risiken mit allergischen Reaktionen auf Tattoos bei Kindern und Erwachsenen. Experten aus Deutschland referieren. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, dem 20. Januar 2018, von 10:00 bis 15:00 Uhr im großen Hörsaal in der Von-Siebold-Str. 3. Organisation und Leitung der Tagung liegen bei Prof. Dr. Timo Buhl, Leiter des Funktionsbereichs Allergologie in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie (Direktor: Prof. Dr. Michael Schön) der Universitätsmedizin Göttingen.

21. Interdisziplinäre Allergologische Wintertagung Göttingen
Allergien gegen Äpfel, Arzneimittel und bei Tattoos
Samstag, 20. Januar 2018
10:00 bis 15:00 Uhr
Großer Hörsaal, Von-Siebold-Straße 3, 37075 Göttingen
Medienvertreter sind herzlich willkommen.

Die interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltung richtet sich besonders an Hautärzte, HNO- und Lungenfachärzte, Allgemein- und Arbeitsmediziner sowie Kinderärzte. Die Tagung findet statt in Kooperation mit dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Die Fortbildung ist von der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen mit fünf Punkten zertifiziert.

THEMEN IM ÜBERBLICK
Biologika als neue Therapieoption bei Polyposis nasi: Prof. Dr. Martin Wagenmann, HNO-Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf berichtet über neue Medikamente bei hartnäckigen Nasenpolypen. Weil bei vielen Patienten diese Polypen nach der operativen Entfernung wenige Monate später wieder nachwachsen, kann dieses Problem erfreulicherweise inzwischen auch medikamentös behandelt werden.

Allergiemonitoring von Soforttyp. Allergien am Robert-Koch-Institut: Aktuelle Trends: Michael Thamm, Epidemiologisches Zentrallabor, Abt. Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Robert-Koch-Institut, Berlin stellt aktualisierte Daten zur Zunahme von Allergien in Deutschland vor. Im vergangenen Spätsommer wurden die besorgniserregenden, vorläufigen Studienergebnisse des Robert-Koch-Instituts in vielen Medien unter dem Titel „Der Allergie-Tsunami, der uns überrollen wird“ veröffentlicht.

„Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ – Neues zur Apfelallergie: Dr. Ute Lepp, Praxis für Pneumologie und Allergologie, Buxtehude referiert über die vielen Formen einer Apfelallergie. Bei den meisten betroffenen Patienten liegt eigentlich ein Heuschnupfen gegenüber Birkenpollen vor, und das Allergie-auslösende Eiweiß der Birkenpolle ist auch im Apfel enthalten. Man spricht von einer Kreuzallergie. Dr. Lepp berichtet über neue und alte Apfelsorten, Erntezeit, Lagerdauer, Anbaugebiete, weil alle diese Faktoren einen Einfluss auf die Symptome des Apfelallergikers nehmen.

Allergenspezifische Immuntherapie: Zwischen Traum und Wirklichkeit: Prof. Dr. Thomas Fuchs, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, berichtet über neue Herausforderungen bei der Hyposensibilisierung gegenüber Pollen, Milben und Insektengift. Dabei werden auch die großen Erfolge dieser Therapieform zur Kontrolle von Heuschnupfen und Asthma beleuchtet, die leider in Deutschland immer noch viel zu selten bei betroffenen Patienten eingesetzt wird.

Arzneimittelallergie im Kindesalter: Update 2018: Priv.-Doz. Dr. Hagen Ott, Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Auf der Bult, Kinder- und Jugendkrankenhaus, Hannover, bewertet das Vorgehen bei Verdacht auf eine Arzneimittelallergie bei Kindern. Gerade bei Antibiotikagabe treten häufig Reaktionen an Haut und Schleimhäuten auf, die nicht immer einfach als Allergie diagnostiziert werden können. Priv.-Doz. Dr. Ott plädiert für eine sehr sorgfältige Abklärung nach einer solchen Medikamentenreaktion: Irgendwann wird wieder ein ähnliches Medikament gebraucht, und dann können sicher verträgliche Medikamente im Akutfall nicht überprüft und eingesetzt werden.

Risiken der Körperkunst bei Kindern und Erwachsenen: Allergische Reaktionen auf temporäre und permanente Tattoos: Dr. Steffen Schubert, Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), Göttingen, stellt die Probleme für Ärzte und Patienten bei Henna-Tattoos und permanenten Tattoos vor. So wird die Herstellung der Farben für dauerhafte Tattoos bis heute nicht überwacht, die Farben werden häufig von Autolack-Herstellern produziert. Bei Henna-Farbstoffen gibt es zwar gesetzliche Regelungen, sie werden aber durch Beimischung von Chemikalien aus der Haarfärbe-Industrie umgangen. Dadurch werden die Farben sehr viel intensiver und haltbarer und haben nur noch wenig mit den klassischen Hennafarben gemeinsam. Das Risiko für Allergien gerade auch bei Kindern steigt hierdurch enorm.

PROGRAMM
10:00 Uhr Begrüßung

10:05 Uhr Biologika als neue Therapieoption bei Polyposis nasi
Prof. Dr. Martin Wagenmann, HNO-Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf

10:40 Uhr Allergiemonitoring von Soforttyp. Allergien am Robert-Koch-Institut:
Aktuelle Trends
Michael Thamm, Epidemiologisches Zentrallabor, Abt. Epidemiologie und Gesundheits-
monitoring, Robert-Koch-Institut, Berlin

11:15 Uhr „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ – Neues zur Apfelallergie
Dr. Ute Lepp, Praxis für Pneumologie und Allergologie, Buxtehude

11:50 Uhr Pause mit Fachdiskussionen und kleinem Imbiss

12:30 Uhr Allergenspezifische Immuntherapie: Zwischen Traum und Wirklichkeit
Prof. Dr. Thomas Fuchs, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie,
Universitätsmedizin Göttingen

13:05 Uhr Arzneimittelallergie im Kindesalter: Update 2018
Priv.-Doz. Dr. Hagen Ott, Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Auf der Bult,
Kinder- und Jugendkrankenhaus, Hannover

13:40 Uhr Risiken der Körperkunst bei Kindern und Erwachsenen:
Allergische Reaktionen auf temporäre und permanente Tatoos
Dr. Steffen Schubert, Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), Göttingen

14:15 Uhr Abschließende Diskussion

15:00 Uhr Tagungsende

Weitere Informationen:

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Prof. Dr. Timo Buhl, Telefon 0551 / 39-66401
timo.buhl@med.uni-goettingen.de
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen