Krisenpass Südniedersachsen

Notfallpass für psychiatrische Krisensituationen – Gebrauchsanleitung

(Stand: 29.02.2020)

Der Krisenpass Südniedersachsen soll Ihnen helfen, sich auf einen psychiatrischen Krisenfall vorzubereiten und diejenigen unterstützen, die Ihnen im Falle eines Falles helfen wollen. Es kann sein, dass ein Krisenfall so plötzlich eintritt, dass Sie nicht mehr in der Lage sind mitzuteilen, was Ihnen helfen könnte, diese Situation zu bewältigen, bzw., was Ihnen gut tut und zu einer Besserung der Situation beitragen könnte. Der Krisenpass Südniedersachsen enthält daher wichtige Informationen und wertvolle Hinweise, die für Sie im Notfall nützlich sein können.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Hinweise geben, die Ihnen das Ausfüllen des Krisenpasses erleichtern sollen:

Vorderseite

Teil I

Zunächst tragen Sie bitte die wichtigsten Daten zu Ihrer Person ein: Wie sie heißen, wann Sie geboren wurden, wo Sie wohnen, Ihre Telefonnummer und Ihre Krankenkasse. Wir möchten Sie bitten, die Richtigkeit dieser Angaben durch Ihre Unterschrift zu bestätigen.

Teil II

Bitte benennen Sie hier wichtige Kontakt- und Bezugspersonen, z.B. persönliche Vertrauenspersonen, aber auch andere Personen, die für Sie Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in Krisensituationen sind. Notieren Sie bitte auch die Telefonnummern dieser Personen.

Teil III

Hier können Sie angeben, ob Sie eine Patientenverfügung erstellt oder mit einer psychiatrischen Klinik eine Behandlungsvereinbarung geschlossen haben. Bitte geben Sie außerdem an, wo haben Sie die entsprechenden Dokumente hinterlegt haben.

Weiterhin ist hier Platz, um weiter zu geben, ob es Kinder, ältere Verwandte oder Haustiere gibt, für die Sie Verantwortung tragen und um die sich jetzt jemand anderes kümmern muss.

Rückseite

Teil I

Hier können Sie notieren, welche Behandlungen, Medikamente bzw. Maßnahmen Ihnen im Krisenfall in der Vergangenheit geholfen haben (z.B. Lichttherapie, ein bestimmtes Medikament, in Ruhe gelassen werden, Kontakt zum Pflegepersonal, Spaziergänge etc.).

Teil II

Bitte geben Sie hier an, was im Krisenfall nicht hilfreich war. Gibt es beispielsweise ein Medikament, das nicht gewirkt hat? Gibt es Umgangsweisen oder Umgebungen, die ihnen im Krisenfall nicht gut tun?

Wenn Sie möchten können Sie im nächsten Feld Ihre psychiatrische Diagnose eintragen. Weiterhin wäre es hilfreich zu wissen, ob Sie unter Allergien oder schweren anderen Erkrankungen leiden. Soll jemand informiert werden, dass bei Ihnen eine Krisensituation vorliegt? Gibt es andere wichtige Informationen, die Sie weitergeben möchten?

Teil III

Bitte notieren Sie hier Ihre aktuelle Medikation. Wichtig für den psychiatrischen Notfall sind besonders die psychiatrischen Medikamente, wir bitten Sie aber auch, Ihre sonstige Medikation unter Angabe der Dosierung in Milligramm (mg) hier einzutragen, oder zumindest einen Hinweis darauf zu geben, wo sich ein Plan mit Ihrer vollständigen Medikation befindet (z.B. im Portemonnaie). Bitte denken Sie daran, die Einträge hier regelmäßig zu aktualisieren. 

Wichtig!!!

Es ist sinnvoll, die Inhalte dieses Krisenpasses mit ihrer behandelnden Ärztin bzw. ihrem behandelnden Arzt zu besprechen und den Pass ggf. gemeinsam auszufüllen.

Ein ausgefüllter Krisenpass nützt wenig, wenn er zu Hause in der Schublade liegt. Deshalb: Stecken Sie Ihren Krisenpass am besten jetzt gleich in ihr Portemonnaie/ihre Brieftasche!

Autoren: AG „Göttinger Krisenpass“, in Anlehnung an die „Gebrauchsanleitung für einen Krisenpass“ des Landesverbands der unabhängigen Beschwerdestellen in Schleswig-Holstein (http://lv-beschwerdestellen-sh.de/projekte/patientenrechte/gebrauchsanleitung-fur-einen-krisenpass)

An der Erstellung des Krisenpasses Südniedersachsen waren beteiligt:

  • Asklepios Fachklinikum Göttingen
  • Initiative Göttinger Psychose-Seminar
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG
  • Klinisches Ethikkomitee der UMG
  • Niedergelassene Psychiater und Nervenärzte in der Stadt und im Landkreis Göttingen
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Göttingen
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Northeim

Die Erstellung des Krisenpasses wurde unterstützt durch den Arbeitskreis „Psychische Gesundheit“ der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen.